Eingliederung vor Rente - was heisst das?

Grundsatz "Eingliederung vor Rente". Demnach gehen Eingliederungsmassnahmen den Rentenleistungen vor. Diese werden nur erbracht, wenn die versicherte Person nicht oder bloss in ungenügendem Masse eingegliedert werden kann. Für die Abklärungspflicht der IV-Stelle bedeutet dies, dass sie zuerst prüfen muss, ob Eingliederungsmassnahmen angezeigt sind, bevor der Rentenanspruch untersucht wird (Urteil 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.1 mit Hinweisen, in: SVR 2011 IV Nr. 30 S. 86; URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, 2010, S. 193 Rz. 1033). Dies gilt nicht nur bei der erstmaligen Prüfung eines Leistungsgesuchs, sondern auch im Revisionsfall (BGE 108 V 210 E. 1d S. 213 f.; Urteile 9C_283/2016 vom 5. Dezember 2016 E. 4.2.1; 9C_228/2010 vom 16. April 2011 E. 3.1, 3.3 und 3.4 mit Hinweisen, in: SVR 2011 IV Nr. 73 S. 220).

 

Die IV-Stelle prüft sowohl bei einer erstmaligen Anmeldung als auch bei einer Herabsetzung oder Streichung der Rente, die Wiedereingliederung der versicherten Person in den Arbeitsmarkt.

Bei einer Herabsetzung geschieht es leider sehr oft, dass die versicherte Person aufgrund des noch vorhandenen Beschwerdebildes nicht in der Lage ist, sich in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Diese Menschen landen dann sehr häufig in der Sozialhilfe. Dies ist für die Betroffenen stigmatisierend.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0