Gutachter vs. behandelnden Arzt wer geniesst den höheren Beweiswert

 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entscheidend

 

·         Ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist

 

·         Auf allseitigen Untersuchungen beruht

 

·         Auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt

 

·         In Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgeben worden ist

 

·         In der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und

 

·         In der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend ist und ob

 

·         Die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind.

 

Wenn die obgenannten Voraussetzungen in einem Gutachten gegeben sind, so weicht der Richter bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab. Ein Grund kann vorliegend, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder, wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt.

 

Berichte von Hausärzten oder behandelnden Ärzte

 

In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen.

 

Fazit:

 

Grundsätzlich folgt das Gericht der Einschätzung des Gutachters, weil dem Gutachten ein höherer Beweiswert zuerkannt wird. Deshalb ist es entscheidend, die medizinische Seite genauestens abklären zu lassen, damit Widersprüchlichkeiten in einem Gutachten aufgedeckt und geltend gemacht werden können.

 

 

 

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